Schätze aus dem Depot (20) - Venedig in Weilheim: Johann Sebastian Troger kopiert Veronese

Von Dienstag, 10. April 2018
bis Mittwoch, 18. April 2018

Johann Sebastian Troger (ca. 1730-1792) war der letzte Weilheimer Maler, der in größerem Umfang Aufträge von Seiten der Kirche oder von Privatleuten erhielt.

So schuf er zum Beispiel die Deckenfresken der Kirche St. Pölten und es ist auch bekannt, dass einige Weilheimer Hausfassaden aufwendig von ihm bemalt wurden. Neben solchen großen Decken- bzw. Fassadenfresken malte Troger jedoch auch kleine zur privaten Andacht dienende Bilder, von denen sich eins in den Beständen des Stadtmuseums erhalten hat.

Es ist auf eine Kupferplatte gemalt und zeigt den Heiligen Hieronymus als Büßer und Eremit. Der Heilige kniet nur mit einem Lendenschurz bekleidet vor einem Kruzifix, das unter einem kleinen Holzdächlein an einem Felsen befestigt ist.  In seiner linken Hand hält er einen Stein, mit dem er sich zur Buße gegen die Brust schlagen wird. Auf kleinen Vorsprüngen der Felsformation sind weitere Attribute wie die Sanduhr, der Totenschädel und eine Bibel zu sehen. Rechts hinter dem Heiligen erscheint der Löwe, der ihn auf den meisten Abbildungen begleitet.

Diese spezielle Darstellung geht nun nicht auf Johann Sebastian Troger zurück, sondern der Weilheimer Maler kopierte hier eine Bilderfindung des venezianischen Malers Paolo Veronese (ursprünglich in der Kirche S. Girolamo, heute in S. Pietro Martire auf der Insel Murano).

Troger wird jedoch kaum selbst in der Lagunenstadt gewesen sein, sondern er kannte das Bild über einen Kupferstich von Valentin Lefebvre. Daher konnte Troger auch nicht wissen, dass das Lendentuch des Heiligen im Original nicht weiß, sondern rot war, und das der Himmel nicht grau und bewölkt dargestellt war, sondern das warme Licht eines Sonnenauf- bzw. Sonnenuntergangs widerspiegelte. Troger kopierte den Kupferstich fast maßstabsgetreu und sehr detailgenau. Die einzige Zugabe, die er sich erlaubte, waren die kleinen rosanen und weißen Blümchen im rechten Bildvordergrund.

Das Gemälde und der Kupferstich  sind vom 10.04. bis zum 18.04. in der Reihe Schätze aus dem Depot im Ausstellungsraum des Stadtmuseums zu sehen.

Ort:
Stadtmuseum Weilheim i.OB
Marienplatz 1
82362 Weilheim i.OB

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