Stadtarchiv

Archivbestände

Hier finden Sie einen Überblick über die gesamten Archivalien in Form von

  • Urkunden
  • Amtsbücher
  • Akten
  • Drucksachen
  • Film- und Tonaufzeichnungen
  • Nachlässen
  • nichtamtlichem Schriftgut

sowie einer

  • Bildersammlung
  • Kartensammlung
  • Sammlung Varia
  • Archivbibliothek

Die Gliederung soll Ihnen bei der Suche helfen.

Aufgaben des Stadtarchives Weilheim

Zwischen Geheimarchiv, Spitzweg-Idylle und finsterem Gewölbe schwankt nicht selten das landläufige Urteil der breiten Öffentlichkeit über das Aussehen und die Funktion eines Archives. Auch die Verwechslung mit Aufgaben einer Registratur, einer Leihbücherei oder eines Museums sind dabei ebenso weitverbreitet, wie die geringschätzende Einordnung als nutzloses Aktengrab.

Auf den ersten Blick ist ein Archiv bezüglich Aufgaben und Funktion also gar nicht so leicht einzuordnen. Von einer Registratur, einem Museum oder einer Leihbücherei unterscheidet es sich in vielfacher Hinsicht. So führt eine Registratur ausschließlich die Akten der Stadtverwaltung, die zu Forschungszwecken durch interessierte Dritte noch nicht zur Verfügung stehen.

Eine Leihbücherei besitzt überwiegend aktuelle Unterhaltungs- und Sachliteratur und die Aufgabe eines Museums besteht vor allem in der Präsentation von künstlerischen oder technischen Exponaten, während Archive neben Spezialliteratur hauptsächlich ausgewähltes Verwaltungsschriftgut älteren Datums sammelt, dem aus Gründen der wissenschaftlichen, rechtlichen, sozialgeschichtlichen, wirtschaftsgeschichtlichen, technischen, politischen oder allgemein kulturgeschichtlichen Bedeutung bzw. Beweiserheblichkeit ein bleibender Wert für die Allgemeinheit zuerkannt werden kann.

Als kollektives Gedächtnis ihrer Gemeinde verwahrt ein Kommunalarchiv also Schriftgut der Vergangenheit für die Zukunft. Es ist zugleich Verwaltungsstelle und kulturelle Dienstleistungseinrichtung und bildet damit die Nahtstelle zwischen Behörde und Forschung mit der grundsätzlichen Aufgabe, das Archivgut dauernd aufzubewahren, zu pflegen und zu erhalten, inhaltlich zu erschließen und es bei Bedarf wieder zur Verfügung zu stellen. Diese etwas abstrakte Funktionsbeschreibung beinhaltet freilich eine Vielzahl von konkreten Einzelmaßnahmen.

Das Stadtarchiv archiviert nicht nur das Schriftgut der Verwaltungsabteilungen und Einrichtungen der Stadt Weilheim und der jeweiligen Rechtsvorgänger, sondern auch von ehemaligen Stiftungen, die in städtischen Besitz übergegangen sind sowie von kommunalen Zweckverbänden, bei denen die Stadt Weilheim eine geschäftsführende Funktion ausübt oder ausgeübt hat bis hin zu Nachlässen und Schenkungen von Privatpersonen, Firmen oder Vereinen.

Es unterstützt mit seiner Tätigkeit die unterschiedlichsten Forschungsinteressen, z.B. Themen im Bereich Stadt- und Regionalgeschichte, Ahnenforschung, Firmen- und Vereinsgeschichte aber auch Nachforschungen im Zusammenhang mit Nachlassangelegenheiten, Renten- und sonstigen Versorgungsansprüchen bis hin zu Anfragen nach Dokumenten über Baustile und frühere Fassadengestaltungen alter Häuser.

Geschichte des Stadtarchives Weilheim

Spätestens seit dem Bestehen eines eigenen Rates im 13. Jahrhundert und der damit einhergehenden Verwaltungstätigkeit, die in der Ausstellung von Urkunden, Protokollen und Akten ihren bis heute großenteils noch erhaltenen schriftlichen Niederschlag fand, hatte die Stadt Weilheim i.OB bereits ein eigenes Archiv, auch wenn ein solches erst in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts aus Anlaß seiner Neuordnung ausdrücklich erwähnt wurde.

Durch zahlreiche Brandkatastrophen ging ein erheblicher Teil der Archivbestände aus der Zeit vor 1520 unwiederbringlich verloren, darunter auch alle frühen Ratsprotokolle und Stadtkammerrechnungen. Die heute im Stadtarchiv verwahrten Archivalien und Bücher waren bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf mehrere Lokalitäten innerhalb des Stadtgebietes verteilt untergebracht. Diesem letztlich glücklichen Zufall dürfte es zu verdanken sein, daß die Pergamenturkunden (ab 1306) und die Ratsakten (ab 1335) bei den großen Stadtbränden nicht ebenso ein Raub der Flammen wurden. Auch von Schäden bzw. Verlusten in späterer Zeit, etwa während des Dreißigjährigen Krieges oder des Zweiten Weltkrieges, blieben die Bestände des Stadtarchives weitgehend verschont, sodass die historische Schriftgutüberlieferung des 14. bis 20. Jahrhunderts im Wesentlichen erhalten blieb.

Wenige Jahre vor Beginn des Ersten Weltkrieges wurden die Bestände des Stadtarchives mit der Unterbringung im Erdgeschoss des alten Rathauses am Marienplatz erstmals unter einem gemeinsamen Dach vereint. Als man jedoch 1936 die bisherigen Archivräume dem Wehrbezirkskommando als Diensträume zur Verfügung stellte, zog das Stadtarchiv in das im geichen Jahr neuerbaute Rathaus an der Admiral-Hipper-Straße um. Ursprünglich nur als Provisorium gedacht, befand es sich bis 2003 in den Kellerräumen des Rathauses.

Im Frühjahr 2002 begannen die Bauarbeiten für den 1999 durch den Stadtrat beschlossenen Archivneubau. Das Stadtarchiv Weilheim wurde damit erstmals in seiner langen Geschichte in einem eigens dafür konzipierten Zweckbau untergebracht, der mit dauerhaft zweckgebundenen Fördermitteln aus dem Bayerischen Kulturfonds und mit dem von Frau Elisabeth Rosner aus Weilheim (gestorben 2001) noch zu ihren Lebzeiten für einen Bau eines Archives bestimmten Bargeldvermögen finanziert wurde.

Bis hinein in die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Stadtarchiv noch ausschließlich durch die jeweiligen Stadt-, Rats- bzw. Magisstratsschreiber verwaltet, erst später wurde die Aufgabe durch ehrenamtlich tätige Archivpfleger wahrgenommen. Von 1977 bis September 1982 wurde es schließlich durch städtische Mitarbeiter nebenamtlich mitbetreut. Im Oktober 1982 wurde diese Aufgabe erstmals einem ausgebildeten Archivar in hauptamtlicher Funktion übertragen. Damit vollzog sich endgültig der Wandel von einer eingeschränkt nutzbaren Stelle hin zu einer satzungsmäßig verankerten städtischen Einrichtung.

Stadtarchiv Weilheim i.OB

"Bei mir dauerte es 42 Jahre, ehe ich zum ersten Mal ein Archiv besuchte". Die meisten Menschen tun das nie. Einige alte Forscher streichen in den Archiven umher und sind dort heimisch wie Hauskatzen. Gelegentlich sieht schon mal der eine oder andere Student auf der Jagd nach Papieren für seine Examensarbeit herein. Bestimmte Archive werden von Leuten, die nach ihren Vorfahren forschen, fleißig besucht. Aber auf der Treppe zu einem Archiv muß man selten Schlange stehen. Die Mitarbeiter in den Archiven finden es natürlich nicht gut, wenn keine Leute zu ihnen kommen. Sie sammeln schließlich alle Papiere, ordnen und pflegen sie und legen lange Listen darüber an, damit sie vorzeigen können, was es bei ihnen alles gibt.

Aber wo sind die Menschen, für die diese Arbeit gemacht wird ? Manche Papiere werden schon seit mehreren hundert Jahren in der Hoffnung aufbewahrt, daß an irgendeinem Tag jemand kommen wird und danach fragt. Manchmal ergreift die Archivare Mutlosigkeit, und sie fragen sich, ob es nicht falsch ist, diese alten Papiere aufzubewahren, welche niemand zu brauchen scheint. Aber was sie tun, ist nicht falsch. Denn es ist gut, daß diese Papiere auch an dem Tag noch vorhanden sind, an dem das Volk seine Archive entdeckt und lernt, was es damit anfangen kann. Daß bisher nur so wenige Menschen den Weg in die Archive finden, hat jedenfalls einen guten Nebeneffekt. Du, der zu den ersten gehörst, die kommen, kannst darauf rechnen, daß Du sehr gut bedient wirst. Die Archivangestellten sind freundlich und hilfsbereit. Sie sehen aus, als ob sie Dich gleich zum Kaffee einladen, wenn sie sich nur trauen würden. Denn jeder einzelne, der zu ihnen kommt, macht ja ihre Lebensaufgabe bedeutungsvoller. Du kannst natürlich auch Pech haben und auf jemanden mit einer anderen Einstellung treffen, aber ich wurde noch nirgendwo so freundlich behandelt wie gerade im Archiv.

Man pflegt Anfängern zu raten, mit den Archivstudien so lange zu warten, bis sie alles gedruckte Material über ihren Gegenstand durchgearbeitet haben. Ich sage dagegen: "Warte nicht zu lange! Das Archiv kann Dir gerade das Erlebnis verschaffen, das Dein Interesse vertieft und lebendig macht."

"Im Archiv" - Eindrücke und Erfahrungen des Schriftstellers Sven Lindquist - aus "Grabe wo Du stehst. Handbuch zur Erforschung der eigenen Geschichte" - aus dem schwedischen übersetzt und herausgegeben von M. Dammayer, Verlag Dietz, Bonn 1989, Seite 56.

Das Stadtarchiv ist von Mittwoch, den 18. Dezember 2019 bis Freitag, den 3. Januar 2020 geschlossen.

Archivleitung:

Herr Dr. Joachim Heberlein M.A.

Postanschrift:
Stadtarchiv Weilheim i.OB
Postfach 1664
82362 Weilheim i.OB

Hausanschrift:
Stadtarchiv Weilheim i.OB
Alpenstraße 1
82362 Weilheim i.OB

Telefon: 0881 / 682-240
Telefax: 0881 / 682-299
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Öffnungszeiten:
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Donnerstag:
8.00 - 12.30 Uhr u. 16.00 - 18.00 Uhr
Freitag:
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Kontakt

Admiral-Hipper-Straße 20
82362 Weilheim i.OB
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