Schätze aus dem Depot (10): "Schöne Arbeiten" im Stadtmuseum

Dienstag, 14. Mai 2013 18:00 

Die Klöster des Barock vergaben nicht nur zahlreiche Kunstaufträge an Künstler sondern auch die Schwestern und Brüder selbst traten des Öfteren als Künstler oder Kunsthandwerker in Erscheinung.

Eine Kunstform, die insbesondere im 18. Jahrhundert auch in vielen bayerischen Klöstern blühte, war die Herstellung von sogenannten „Schönen Arbeiten.“ Bei diesen kunsthandwerklichen Erzeugnissen, die man auch oft unter dem Begriff „Klosterarbeiten“ zusammenfasst, handelt es sich um aufwendig verzierte Reliquienpartikel, Heiligenbildchen oder Medaillons. Sie wurden mit Blüten, Blättern, Früchten, Voluten und Spiralen aus Glassteinen, Gold- und Silberdrähten, Wachs, Pailletten, Spitzen und Borten prächtig geschmückt. Als Ausschmückung und Andachtsobjekte fanden sie ebenso in Klosterzellen wie in Hauskapellen, Bürger- und Bauernstuben Verwendung.

Auch das Stadtmuseum Weilheim hat eine ganze Reihe solcher Klosterarbeiten in seiner Sammlung. Drei der hier ausgestellten Kastenbilder stammen aus zwei Zentren der Herstellung von "schönen Dingen" in Bayern. Die zwei Werke mit den eingearbeiteten Wachsmedaillions, die Heiligenporträts zeigen, wurden um 1790 im Kloster Reutberg  hergestellt. Die Arbeit mit dem gemalten Bildnis Johannes des Evangelisten in der Mitte, stammt wohl aus dem Kloster Waldsassen und wurde dort um 1750 wahrscheinlich von einem der bekanntesten Künstler von Klosterarbeiten, dem Laienbruder Adalbert Eder hergestellt.

  • Kastenbild mit Wachsmedaillion mit Darstellung des heiligen Papstes Gregor d. Großen (Mitte), wohl Kloster Reutberg, um 1790 (Inv.-Nr. Br 117b)
  • Kastenbild mit gemalter Darstellung von Johannes dem Evangelisten, wohl Adalbert Eder, Kloster Waldsassen, um 1750 (Inv.-Nr. Br 118)
  • Kastenbild mit Wachsmedaillon mit Darstellung des heiligen Johannes vom Kreuz (Mitte), wohl Kloster Reutberg, um 1790 (Inv.-Nr. Br 117a)
  • Kastenbild mit gemalter Darstellung einer heiligen Nonne, Herstellungsort unbekannt, Ende 18.Jh. (Inv.-Nr. Br 116)

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