Acht Personen mit Urkunden und Blumen Strahlende Preisträger und Laudatoren: (v.l.) Erster Bürgermeister Markus Loth, Zweite Bürgermeisterin Angelika Flock, die Feuerwehrler Moritz Heine (Marnbach-Deutenhausen), Wolfgang Strauss (Unterhausen) und Dominik Kanzler (Weilheim), die stellvertretend für ihre Jugendfeuerwehren den Sozialpreis entgegennahmen, sowie die Trägerin des Kulturpreises, Gundula Kretschmar, die Trägerin des Umweltpreises, Heike Grosser, und der Dritte Bürgermeister Alfred Honisch (Foto: Stadt Weilheim)

In der Weihnachtssitzung des Stadtrates am 11. Dezember 2025 wurden traditionell die Ehrenpreise der Stadt Weilheim i.OB verliehen.

  • Den Kulturpreis 2025 erhielt Gundula Kretschmar
  • Der Sozialpreis 2025 ging an die Jugendfeuerwehren Weilheim, Marnbach-Deutenhausen und Unterhausen
  • Den Umweltpreis 2025 bekam Heike Grosser

Frau Gundula Kretschmar wurde mit dem Kulturpreis 2025 für ihr langjähriges Engagement als Kantorin an der Apostelkirche Weilheim sowie als Dekanatskantorin im Dekanat Weilheim-Schongau ausgezeichnet. 

Mit dem Sozialpreis 2025 honorierte der Stadtrat den großen Einsatz der Jugendfeuerwehren Weilheim, Marnbach-Deutenhausen und Unterhausen. Stellvertretend für die Jugendlichen nahmen die Feuerwehrler Moritz Heine (Marnbach-Deutenhausen), Dominik Kanzler (Weilheim) und Wolfgang Strauß (Unterhausen) die Auszeichnung entgegen.

Den Umweltpreis 2025 erhielt die weit über Weilheim hinaus bekannte Gartenbau-Expertin Heike Grosser für die Förderung der Artenvielfalt und ihr Engagement in der Umweltbildung. 


Kulturpreis 2025 (Laudator: Dritter Bürgermeister Alfred Honisch)

Der Kulturpreis 2025 wird vom Stadtrat an Frau Gundula Kretschmar vergeben. 

Frau Gundula Kretschmar ist seit 2013 als Kantorin an der Apostelkirche Weilheim tätig. Bis 2021 teilte sie sich diese Stelle mit Kirchenmusikdirektor Walter Erdt, mit dem sie heute noch als „Orgelduo 4&4“ gemeinsam musiziert und auch schon CD-Aufnahmen gemacht hat. Zudem wirkt Frau Kretschmar als Dekanatskantorin im Dekanat Weilheim-Schongau.

In dieser Funktion ist sie unter anderem für die Aus- und Fortbildung von Organisten und Chorleitern zuständig. Außerdem bietet sie Dekanats-Chortage und Orgelreisen an. Von ihrem Vorgänger Herrn Erdt hat sie mit diesem Amt auch die Leitung des im Jahr 2000 von ihm gegründeten Auswahlchores „Neue Kantorei des Dekanats Weilheim“ übernommen. Gemeinsam mit diesem Chor unternahm Frau Kretschmar Konzertreisen zu zahlreichen Kirchengemeinden quer durch Europa.

Bereits 1994 leistete Gundula Kretschmar ein Praktikumsjahr als Abschluss ihres Studiums der Evangelischen Kirchenmusik hier in der Weilheimer Apostelkirche ab. Daran anschließend übernahm sie für eineinhalb Jahre als Elternzeitvertretung die halbe Stelle des damaligen Kantors Walter Erdt.

Der Kontakt mit der Weilheimer Gemeinde riss auch danach nicht ab, denn während ihrer Zeit als Kantorin in Ottobrunn gründete sie eine Kooperation zwischen den evangelischen Kirchenchören der beiden Orte. Daraus gingen einige große Konzerte hervor. Als im Jahr 2013 eine halbe Stelle als Kantorin in Weilheim frei wurde und Gundula Kretschmar diese antrat, war die Freude insbesondere bei den Chormitgliedern groß.

Denn sie profitieren nicht nur von dem umfassenden Wissen über die Werke und Komponisten, sondern auch von der hohen Musikalität ihrer Chorleiterin. Sie traut jedem Einzelnen viel zu und bringt ihn in seiner Entwicklung weiter. Mit ihrer christlichen Grundhaltung und der damit verbundenen menschlichen Wärme schafft sie eine schöne Stimmung im Chor.

Gundula Kretschmar ist wahrlich ein Geschenk für Weilheim – so bezeichnete sie ein Chormitglied – und wer eines der wunderbaren Oratoriumskonzerte gehört hat, wird das bestätigen.

Die nächste Gelegenheit dazu gibt es am zweiten Weihnachtsfeiertag, wenn in der Apostelkirche das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach erklingt.

Aber auch Kooperationen mit dem Weilheimer Chorkreis oder dem katholischen Kirchenchor – etwa anlässlich des ökumenischen Christusfestes im Jahr 2017 – fanden unter ihrer Leitung statt. Zudem leitet sie den Posaunenchor und die Kinder- und Jugendchöre der Apostelkirche. Auch die Gestaltung der Gottesdienste und deren Orgelbegleitung liegt in ihren Händen – genauso wie die Organisation von Konzerten und Abendmusiken.

Über die Evangelisch-Lutherische Kirche hinaus ist Gundula Kretschmar neben dem bereits erwähnten Orgelduo mit Walter Erdt auch solo als Pianistin oder Organistin oder zusammen mit anderen Künstlern zu hören und begeistert ihr Publikum. Dabei hat man manchmal den Eindruck, dass zu großer Beifall Frau Kretschmars zurückhaltenden, bescheidenem Wesen fast unangenehm ist.

Für all dieses Wirken, verehrte Frau Kretschmar, verleiht Ihnen der Weilheimer Stadtrat den Kulturpreis der Stadt Weilheim. 


Sozialpreis 2025 (Laudator: Erster Bürgermeister Markus Loth)

Der Sozialpreis 2025 der Stadt Weilheim wird an die Jugendfeuerwehren Weilheim, Marnbach-Deutenhausen und Unterhausen verliehen.

Seit 1974, also seit mehr als 50 Jahren, finden sich Jugendliche unserer Stadt unter dem Dach der freiwilligen Feuerwehr zusammen, um für die Hilfe in höchster Not ausgebildet zu werden. Zehn Jahre später folgte die Gründung der Jugendfeuerwehr Marnbach-Deutenhausen, und in Unterhausen war es 1988 so weit.

Seither bringen sich unzählige Buben und Mädchen ein und „brennen“ für den Dienst. Wir können stolz darauf sein, dass wir seit Jahrzehnten so engagierte Jugendliche in unserer Kommune haben. Denn sie bilden das Rückgrat bei der Gewinnung von neuen Mitgliedern. So kommen knapp 60 Prozent der derzeitig Aktiven bei der WeiIheimer Feuerwehr aus der Jugendfeuerwehr, und auch in den Ortsteilen schaut es ähnlich aus.

Sich mit den Aufgaben auseinanderzusetzen, die die Feuerwehr übernimmt, das erfordert manches Mal Mut. Es ist natürlich schön, zu helfen und helfen zu können, doch was man bei vielen Einsätzen der Feuerwehr zu sehen bekommt, ist alles andere als schön. Da kommt es darauf an, ruhig Blut zu bewahren und strikt nach vorn zu blicken auf das, was jetzt dringend und schnell getan werden kann und soll.

Dafür trainieren die Jugendlichen, denn Übung macht den Meister. Sie pauken theoretisches Wissen über Rettung und Gefahrenmomente, denn Sachverstand ist bei den immer komplizierteren Einsätzen mehr denn je gefragt. Ihr Können haben sie auf vielen Wettbewerben und Jugendleistungsprüfungen unter Beweis gestellt. Und einmal im Jahr findet im Landkreis eine große 24-Stunden-Katastrophenübung gemeinsam mit den Jugendgruppen des BRK, des THW und der Bergwacht statt. Dort zeigt sich, wie wichtig Teamarbeit ist. Und die Übungen sind für alle eine sehr intensive Erfahrung.

In unserer Zeit ist oft die Rede von Egoismus und Orientierungslosigkeit bei der jüngeren Generation.

Dem kann ich nicht zustimmen! Denn nicht zuletzt als ehemaliger-Vorsitzender des BRK-Kreisverbandes und auch bei unseren Feuerwehren erlebe ich es immer wieder, dass Verantwortung, Solidarität, gemeinsames Handeln viele Jugendliche anspricht und von ihnen auch gelebt wird.

Von daher ist es nur folgerichtig, dass etliche der Mädchen und Buben, die in jungen Jahren zur Jugendfeuerwehr kamen, später zur regulären Feuerwehr gegangen sind und dort unzählige Einsätze geleistet haben. Dieses Engagement fordert einen zwar, bereichert aber das eigene Leben.

Und Gemeinschaft und Spaß gehören auch dazu. Da ist die Jugendfeuerwehr eine Jugendgruppe wie alle anderen. Denn neben den feuerwehrtechnischen Übungen spielen ganz „normale“ gemeinsame Freizeitaktivitäten eine große Rolle. Ob bei Ausflügen, im Zeltlager oder etwa bei Spieleabenden, da gibt´s jede Menge Gaudi und gleichzeitig wird die Gemeinschaft gestärkt.

Das alles muss natürlich organisiert werden und auch die Betreuung und Ausbildung der Jugendlichen beansprucht viel Zeit und Energie. Dafür danke ich allen Jugendwarten, die hier ihre Freizeit eingebracht haben und noch einbringen.

In Weilheim sind das derzeit Michaela Allione und Dominik Kanzler, bei der Feuerwehr Marnbach-Deutenhausen kümmern sich Elisabeth Püppke und Anton Niedermaier um die Jugendlichen und in Unterhausen würden sich Nadine Carlichi-Witjes und Willi Bauer freuen, wenn ihre Gruppe wieder aufleben würde. Derzeit sind leider keine Jugendlichen in der Wehr.

Die Freiwillige Feuerwehr ist unverzichtbar für das Rettungswesen unserer Stadt. Die Feuerwehr garantiert, dass Verletzte betreut und Brände gelöscht werden; sie sorgt dafür, dass Ölspuren gebunden und überflutete Keller leergepumpt werden. Ganz gleich, worum es geht – die Feuerwehr kommt, schnell, zuverlässig und wirksam. Und genauso wie die Feuerwehr, werden auch die Jugendfeuerwehren gebraucht.

In diesem Sinne, liebe Mitglieder, wünsche ich Euch weiterhin viel Spaß bei den gemeinsamen Unternehmungen und viel Erfolg im Rettungswesen.

Für Euer Engagement möchte der Stadtrat Euch seine Anerkennung aussprechen und zeichnet Euch mit dem Sozialpreis der Stadt Weilheim aus.


Umweltpreis 2025 (Laudatorin: Zweite Bürgermeisterin Angelika Flock)

Der Umweltpreis 2025 der Stadt Weilheim wird an die weit über Weilheim hinaus bekannte Gartenbau-Fachfrau Heike Grosser verliehen.

So manche Weilheimerinnen und Weilheimer sind schon an den herrlichen Streuobstwiesen des Ammertaler Biohofs vorbeigeradelt. Diese liegen nördlich und südlich der Bahnlinie nach Schongau, wenn man von der Eisenbahnbrücke am Trifthof Richtung Westen weiterfährt.

Den Hof betreibt unsere diesjährige Preisträgerin Heike Grosser seit über 20 Jahren mit großem Engagement und Fachwissen. Sie hat sich damit einen Kindheitstraum verwirklicht, denn sie wollte schon als Kind Gärtnerin werden. Auf etwa 7,5 Hektar wachsen hier nicht nur rund hundert verschiedene Apfelsorten, sondern auch Quitten, Birnen und Pflaumen.

Der Streuobstanbau ist trotz seiner großen Bedeutung für die Biodiversität auch in unserer Gegend immer mehr zurückgegangen.

Deshalb können wir uns glücklich schätzen, dass wir so eine Vielfalt an Obstbäumen direkt vor unserer Haustür haben. Apropos Vielfalt – die Artenvielfalt fördert Frau Grosser noch zusätzlich durch das Aufhängen von Nist- und Brutkästen, durch Totholz-Haufen und durch das Anlegen von Brachflächen.

In der Erntezeit kann man nach Voranmeldung selbst zum Ernten kommen, direkt vom Baum die unterschiedlichen Sorten probieren und die Natur dort genießen. Wer nicht so viel Zeit hat, kann sich auch am Selbstbedienungsstand des Hofs oder in Läden in der Region mit Obst oder daraus gewonnenem Saft versorgen.

Durch entsprechende Investition in einen natürlich kühlenden Erdkeller und einen stark isolierten Lagerraum wird auf dem Hof für die Lagerung der Produkte keine Energie für künstliche Kühlung benötigt.

Auch in der Umweltbildung ist Heike Grosser sehr aktiv. Sie bietet Schulklassen und Vereinen die Möglichkeit, die Streuobstwiesen zu besuchen und bei der Ernte aktiv zu werden. So bekommen die Besucher durch fachkundige Anleitung und praktische Erfahrungen einen wertvollen Einblick in den ökologischen Obstbau und die natürlichen Zusammenhänge.

Bis August 2024 war die gelernte Gärtnerin und Diplom-Agrar-Ingenieurin fast 28 Jahre hauptberuflich als Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landschaftspflege hier im Landkreis tätig. Sie trug in dieser Zeit zur Entwicklung des Netzwerks Gartenwinkel Pfaffenwinkel bei, dem sie nach wie vor angehört. Außerdem unterstützte sie Gartenbesitzer bei der Naturgarten-Zertifizierung ebenso wie die Gartenbauvereine im Landkreis.

Auch nach dem Eintritt in die Passivphase ihrer Altersteilzeit ist sie weiterhin ehrenamtlich als Vorsitzende des Berufsverbands der Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege in Bayern tätig.

Liebe Frau Grosser, aus all Ihrem Engagement spricht die Liebe zu unserer Umwelt und die Begeisterung, mit der Sie Ihr umfassendes Wissen seit Jahrzehnten nicht nur an unzählige Gartenfreunde und -fachleute, sondern auch an Kommunen und Behörden weitergeben.

Die Mitglieder des Stadtrats bedanken sich für Ihr vielfältiges Wirken. Wir sind einhellig der Meinung, dass Sie deshalb geradezu prädestiniert sind, mit dem Umweltpreis der Stadt Weilheim ausgezeichnet zu werden.