vom 18. Juli bis 29. August im Stadtmuseum / Vernissage 18. Juli, 11:00 Uhr

Weben ist das älteste Bild für Entstehung.

Der Kosmos als Gewebe. Die Zeit als Faden. In fast jeder Sprache, in fast jeder Kultur greift der Mensch nach diesem Bild, wenn er erklären will, wie aus dem Nichts etwas wird, das hält.

Was aber, wenn das Material kein Faden ist, sondern Licht?

Licht lässt sich nicht festhalten. Mal Welle, mal Teilchen, je nachdem, wie wir fragen. Es verändert sich in dem Moment, in dem wir es betrachten wollen. Und die Dinge, die es berührt, verändern sich mit. Wir sehen keine Dinge, wir empfangen Licht und unser Gehirn webt daraus eine Welt. Real und doch nicht greifbar. Ein Konstrukt aus Schwingungen, transient in unserem Bewusstsein.

Die gezeigten Arbeiten bilden das nicht ab. Sie vollziehen es nach.

Was hier zu sehen ist, sind keine fotografischen Dokumente. Die Bilder sind überschichtet, verdichtet, abstrahiert. Moment ist über Moment gelegt, Licht über Licht. Nicht weil die Wirklichkeit verschönert werden soll, sondern weil Wahrnehmung selbst so funktioniert. Das Gehirn bildet nicht ab. Es schichtet. Es legt Erfahrung über Erfahrung, Erinnerung über Gegenwart, Erwartung über Eindruck.

Was wir glauben zu sehen, ist immer schon ein bearbeitetes Bild, nie die Wirklichkeit selbst, sondern ihre Verdichtung in uns.

Aus Licht gewebt - das gilt für diese Arbeiten. Und für alles, was wir je gesehen haben.

Vernissage 18. Juli 2026, 11:00 Uhr

Begrüßung: Ragnhild Thieler

Einführung: Heribert Riesenhuber

Veranstaltungsort

Stadtmuseum Weilheim
Marienplatz 1
82362 Weilheim i.OB

Telefon: 0881 682-6000

Webseite: www.stadtmuseum-weilheim.de